Mallorca ganz ohne Ballermann (Mallorca Teil 1/7)

(K)eine gute Idee!?

Zuerst dachte ich, Ende Oktober einen Urlaub auf Mallorca zu buchen, gehört aus wettertechnischer Sicht nicht unbedingt zu den Erfahrungen, die man in einem lang ersehnten Jahresurlaub machen möchte. Und wir haben es der geduldigen, engagierten und verständnisvollen Dame im Reisebüro ganz sicher nicht leicht gemacht. Nach langem Für und Wider fiel die Entscheidung schließlich auf einen 8-Personen-Finka-Kompromiss in Cala Llombards im südlichen Teil Mallorcas – fernab des Trubels der Hauptstadt Palma, fernab von Ballermann & Co., und vor allem außerhalb der hektischen Hauptsaison samt ihren überfüllten Straßen, Restaurants und Sehenswürdigkeiten.

Durch einen dämlichen Umstand konnte Laura bei diesem einwöchigen Urlaub mit Freunden leider nicht dabei sein, und eigentlich gehört dieser von langer Hand geplante Urlaub auch nicht in die Kategorie „Ausflug zwischen den WOZIKOs“. Da dies aber trotz aller Widrigkeiten ein großartiger Urlaub bei allerbestem Wetter werden sollte, möchte ich Euch das Gesehene und Erlebte nicht vorenthalten.

Mit der Sonne vom Regen in die Traufe

Das klare Wetter mit blauem Himmel und Sonnenschein macht mir die Abreise aus Deutschland fast ein wenig schwer. Aber wirklich nur ein ganz kleines Bisschen. Schließlich sagt der Wetterbericht voraus, dass die Sonne aus Hamburg mitkommen und dem gewohnten norddeutschen Regenwetter Platz machen wird. Zudem wird eine Woche mit zwischen 20 und 30 Grad auf den Balearen prognostiziert.

Flug über die Schweiz

Flug über die Schweiz

Der Flug ist ruhig, erfolgt ohne (zumindest für die Passagiere ersichtliche) Komplikationen und führt uns gute zwei Stunden lang über wolkenlose Landschaften, Gebirge und schließlich jede Menge Wasser. Ich bin nicht gerade das, was man einen Vielflieger nennt, aber bei jedem meiner vergangenen Flüge fand ich es etwas befremdlich, eine erfolgreiche Landung mit Applaus zu belohnen, setze ich doch voraus, dass es für den Piloten und seine Crew ausreichend andere Anreize gibt, die Maschine heil auf die Erde zurück zu bringen. Wie dem auch sei… der Pilot unseres Fluges macht seine Arbeit hervorragend, bekommt nach der Landung seinen ohne Frage verdienten Applaus und wir können die Maschine (ebenfalls ohne größere Vorkommnisse) wieder verlassen.

Flughafen-Idylle, deutsche Bürokratie und spanische Freundlichkeit

Ein langer Weg über Korridore, durch Glastüren und über Laufbänder führt uns vorbei an Lichtkästen und riesigen Werbebannern, immer auf der Suche nach Hinweisschildern und Wegweisern zu unserem vorläufigen Ziel, dem Gepäckband. Sowohl das Warten auf meinen Koffer, als auch die anschließend anstehende Abholung unseres Mietwagens sollten sich allerdings als weniger unkompliziert herausstellen als der vorangegangene Flug: Der Koffer einer ebenfalls am Gepäckband wartenden Familie und meiner lassen bis zuletzt auf sich warten und tauchen erst wieder auf, nachdem ein aufmerksamer Flughafenmitarbeiter todesmutig hinter die Absperrung springt und die heruntergefallenen Koffer wieder auf das Band legt. Eine gute Gelegenheit, ein erstes Mal mit meinem äußerst dürftigen Spanisch aufzuwarten, das sich hauptsächlich aus den Vokabeln „gracias“, „hola“, „adiós“ und „buenos días“ zusammensetzt. Ich kann mein Repertoire im Laufe unseres Urlaubs aber noch um den Satz „un agua sin gas“ erweitern. Es ist gar nicht so einfach, die eigenen Sprachkenntnisse auf einer Insel auszubauen, auf der flächendeckend zu einem erheblichen Teil deutsch gesprochen wird. „Gracias“ scheint mir in diesem Falle als am passendsten, was mit einem Lächeln und Kopfnicken des netten Mitarbeiters honoriert wird.

Als noch zeitaufwendiger sollte sich aber die Abholung unseres Mietwagens erweisen. Nach einer guten Stunde Anstehen, Papierkram und Ausparken können wir uns aber endlich auf den Weg in Richtung Südost machen, begleitet von spanischen Klängen aus dem Radio und dem typischen sommerlichen Flair dieser Insel.

Erschöpfung und Erholung

Die Terrasse unserer Finka in Cala Llombards

Die Terrasse unserer Finka in Cala Llombards

Nach einer knappen weiteren Stunde Autofahrt erreichen wir schließlich das heiß ersehnte Ziel, nehmen nach einer kurzen Finka-Führung der Vermieterin die Schlüssel entgegen und können uns anschließend ganz entspannt auf die vor uns liegenden Tage konzentrieren.

Die eingangs erwähnten Wetterprognosen sollten sich übrigens als wahr erweisen. Vor uns liegen eine Woche besten Wetters bei zu dieser Jahreszeit auch für mallorquinische Verhältnisse nicht selbstverständlichen Temperaturen und eine ganze Reihe Ausflüge zu den schönsten und abgelegensten Ecken der Insel. Ganz ohne den in der Hochsaison inselüblichen Andrang, Lärm und Dreck der Sommer-Touri-Massen.

» Teil 2/7 des Artikels lesen (Feucht und klebrig – aber schön!)

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