Google und Earth (Mallorca Teil 4/7)

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Sicherungshaken an ungesicherten Klippen

Unsere Finka hat sich zwischenzeitlich als kleines Biotop herausgestellt. Richtig gut schlafen kann in der klammen Bettwäsche und auf den durchgelegenen Matratzen keiner von uns, und an ausgeruhtes Erwachen am Morgen ist auch nicht zu denken. Erst der morgendliche Sonnenschein am Frühstückstisch löst allmählich die Verspannungen der vorangegangenen Nacht und lässt auch die Ameisenstraße von der Kühlschrankrückseite bis zu den auf der Arbeitsplatte abgestellten Weintrauben in den Hintergrund rücken.

Google, Earth und Höhenangst

Steilküste Cala Figuera, Mallorca

Steilküste Cala Figuera

Heute möchten wir unseren Plan in die Tat umsetzen, den Klippenspaziergang dort fortzusetzen, wo wir ihn vor zwei Tagen beendet haben. Gesagt, getan! Nach dem Frühstück lassen wir uns von Google zu dem im Handy abgespeicherten Ort führen und beginnen mit dem Aufstieg zum Wanderweg. Oben angekommen offenbart sich uns nach nur wenigen Schritten ein Blick über das Meer, wie man ihn nur aus Prospekten großer Reiseveranstalter oder aus Werbespots für Männer-Duschgel kennt. Wer hier ganz nach deutscher Manier Warntafeln, Schilder oder gar Absperrungen erwartet, wird allerdings enttäuscht. Der freie Zugang zum locker 30 Meter tiefen Abgrund ist gleichermaßen furchteinflößend und faszinierend. Wem große Höhen weiche Knie, Schwindel oder Schlimmeres bereiten, sollte es vorziehen, sich vom Abgrund fernzuhalten. Ein für diese Personengruppe sicherlich überflüssiger Ratschlag. Aber auch für Menschen mit Höhenangst gibt es ausreichend Möglichkeiten, die Weitsicht fernab des Abgrunds zu genießen – sofern er den Aufstieg bis hierher überhaupt geschafft hat.

Für den Personenkreis, den es reizt, diese Felsenwände aus eigener Kraft zu erklimmen, gibt es hier auch die eine oder andere Möglichkeit. Immer wieder sieht man an den Hängen mit Seilen gesicherte Kletterer oder beim Spaziergang an der oberen Kante in den Fels getriebene Sicherungshaken. Wer sich für diesen Sport begeistert, findet sicherlich bei der Suchmaschine seines Vertrauens entsprechende Informationen.

Pause an der Steilküste von Cala Figuera

Pause an der Steilküste von Cala Figuera

Mein Sonnenstich macht mir immer noch ein wenig zu schaffen und eine leichte Übelkeit veranlasst mich nach etwa einer Stunde Wandern, Staunen, Bewundern, Fotografieren und gemeinsamen Rumalberns dazu, mich nach einem Snack von meinen Freunden abzusondern und sie allein den kleinen Ort Cala Figuera erkunden zu lassen. Ich ziehe es vor, mich allein die Küste entlang auf den Rückweg zu machen, mir ein Plätzchen zu suchen, mich ein wenig hinzulegen und dort auf die anderen zu warten. Es mag den einen oder anderen Leser etwas verwirren, dass ich mich samt dem bereits erwähnten Sonnenstich in die Sonne lege, um mich von ihm zu erholen. Zu meiner Verteidigung muss ich an dieser Stelle allerdings anbringen, dass mir die Sonnenstich-Theorie erst viel später aufgegangen ist. Außerdem bin ich bekennender Sonnenanbeter und ziehe zu allerletzt in Betracht, dass mir direkte Sonneneinstrahlung schaden könnte. Ich behaupte also, dass mir die Entspannung in der Sonne bis zum Erscheinen meiner Freunde gut getan hat, und mit einem wohligen Gefühl machen wir uns gemeinsam auf den Heimweg.

Für den morgigen Tag haben wir etwas GANZ GEHEIMNISVOLLES geplant!

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