Geheimes und Flamingos (Mallorca Teil 5/7)

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Geheime und geheimnisvolle Geheimtipp-Bucht

Eine Tatsache, die es mir leicht macht, mich für unseren heutigen Plan zu begeistern: Strandtag! Anders als vermutlich bei den meisten Lesern dieses Artikels erwartet, haben wir uns allerdings gleich zwei Strände ausgesucht, denn neben dem „Karibikstrand Mallorca´s“ im Süden der Insel wurde uns noch ein Geheimtipp ans Herz gelegt: Eine Traumbucht, die nur über eine versteckte Zufahrt und einen anschließenden Fußmarsch zu erreichen ist. Meine grundsätzliche Skepsis an der Existenz von Geheimtipps auf einer Insel, die in den Sommermonaten von einer Welle zigtausender Touristen aus aller Welt überrollt wird, kann weder mich noch die anderen davon abhalten, diesen Ort aufsuchen zu wollen. Laut Wegbeschreibung geht es direkt von der Hauptstraße in einen unscheinbaren, unbefestigten Feldweg hinein, der zu einem Stahltor führt, hinter dem sich nach einem etwa zehnminütigen Fußmarsch die geheime Bucht auftut. Na, das klingt doch vielversprechend und fast ein wenig geheimnisvoll!

Auf dem Weg zur "Geheimtipp-Bucht"

Auf dem Weg zur „Geheimtipp-Bucht“

Weniger geheimnisvoll kündigt uns das Navigationssystem bereits 300 Meter vor der Einmündung den unbefestigten Weg an und ich setze den Blinker. Der Weg führt uns über einen Weg aus Sand, Steinen und Schlaglöchern eine Anhöhe hinauf, hinter der wir bereits die ersten geparkten Fahrzeuge erblicken. Wir fahren vorbei an Geheim-Peugeots, Geheim-Citroens und anderen Geheim-Mietwagen, bis wir zwischen all den Fahrzeugen eine Geheimparklücke finden, in der wir unseren Mietwagen abstellen und uns zu Fuß auf den Weg zu dem angekündigten Stahltor machen. Wir zwängen uns durch das Tor, das nur einen spaltweit aufsteht. Auf dem weiteren Weg in Richtung Geheimbucht kommen uns Familien, Pärchen und Urlauber entgegen, die wir freundlich mit „hola“ oder „hallo“ grüßen, je nachdem auf welche Nationalität ihre Gespräche schließen lassen, bis wir schließlich die Bucht erreichen. Wie man sich denken kann, ist die Illusion, dass wir hier die einzigen sind (oder zumindest der Teil einer eingeweihten Mallorca-Insider-Elite) längst verflogen. Ohne Frage handelt es sich um eine wunderschöne Bucht, die aber alles andere als ein Geheimtipp ist. Am Strand und im Wasser tummeln sich mehr Urlauber, als uns seit unserer Ankunft auf Palma´s Flughafen begegnet sind, Boote liegen vor Anker und ein Crepes-Stand verkauft die begehrten dünnen Pfannkuchen, sowie Getränke. Wir beschließen, auf dieses Angebot zu verzichten und begeben uns nach einem kurzen Bad („wenn wir schon mal hier sind…“) wieder in Richtung Auto, um einen ganz offiziellen Strand anzusteuern: Den Strand am Cap de ses Salines, den unser Reiseführer mit den Stränden der Karibik vergleicht.

Flamingos und ein wenig Karibik-Feeling

Karibikstrand am Cap de ses Salines

Karibikstrand am Cap de ses Salines

Gesagt, getan. Wenig später sitzen wir im Auto und nähern uns rund eine Stunde später dem Cap de ses Salines, dem südlichsten Zipfel Mallorcas. Die letzten Meter führen uns an den hiesigen Salinen vorbei, die dieser Region ihren Namen geben und noch heute der Salzgewinnung dienen. Aus landschaftlicher Sicht ist diese Gegend mit ihren aufgeschütteten Salzbergen ein weniger reizvoller Abschnitt. Aber nur wenige Meter weiter entdecken wir weiße Flamingos, die in einiger Entfernung im flachen Wasser auf einem Bein balancieren und die salzigen Hügel unverzüglich in den Hintergrund rücken lassen. Unsere Theorie, dass es hier an Krebsen mangelt, die den rosa Flamingos ihre Farbe verleihen, gilt es, bei Gelegenheit mal auf Richtigkeit zu überprüfen. Während eines kurzen Halts am Straßenrand schießen wir einige, bedingt durch den digitalen Zoom unserer Handy-Kameras verpixelte Fotos, und begeben uns weiter in Richtung unseres eigentlichen Ziels: Mallorca´s Karibikstrand.

Von hier aus ist es bis dort nicht mehr weit. Wir parken das Auto, klemmen die Handtücher unter den Arm und gehen in Richtung Strand. Doch noch bevor wir den Strand erreichen, kommt ein unangenehmer und kalter Wind auf, der die angedachten Sonnenfreuden ein wenig trübt. Ok, es ist ja auch Ende Oktober.

An dem schmalen Strandabschnitt finden wir schnell einige freie Liegen unter Bast-Strandschirmen, die wir gleich unter Beschlag nehmen. Wir halten es hier aufgrund des stärker werdenden Windes allerdings nicht sehr lange aus. Nach einem kurzen Bad zweier meiner hart gesottenen Freunde in dem flach abfallenden Wasser treten wir schon bald die Rückfahrt an und beenden den Tag nach Erreichen unseres Feriendomizils mit dem gemeinsamen Kochen eines leckeren Mahls.

Für den morgigen Tag haben wir uns vorgenommen, das in unserem Reiseführer in den höchsten Tönen gelobte Cap de Formentor im Norden zu erkunden.

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FOTOS

1 Kommentar Kommentar anzeigen

  1. Deb Dresses /

    Was für wunderschöne Bilder, die Athmophäre die Du da eingefangen hast, ist traumhaft !

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