Zwölfeinhalb Kilometer (Mallorca Teil 7/7)

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Amerikanische und polnische Superstars

Heute heißt es „Sachen packen“, denn der letzte Tag unseres großartigen Urlaubs bricht an. Morgen früh um sechs Uhr startet unser Flieger zurück in die norddeutsche Kälte.

Valldemossa, Mallorca

Bummeln in Valldemossa

Aber vorher wollen wir noch eine abgelegene Badebucht, die „Cala de sa Calobra“ ansteuern. Diese Bucht ist lediglich über zwei Wege zu erreichen: Über die 12,5 km lange Serpentinenstraße oder per Boot auf dem Seeweg. Da wir für unseren Mallorca-Aufenthalt ein Auto und kein Boot gemietet haben, entscheiden wir uns für den Landweg. Dieser führt uns durch das kleine Örtchen Valldemossa, wo wir einen Stopp für einen kleinen Bummel durch die verträumten Gassen einlegen. Neben kleinen kulinarischen Spezialitäten hat Valldemossa vor allem durch den polnischen Komponisten Frédéric Chopin Bekanntheit erlangt, der hier mit der französischen Schriftstellerin George Sand zwei Monate des Winters 1838/39 verbrachte. Das ehemalige Kloster, in dem die beiden Berühmtheiten lebten, ist heute ein Museum und zieht jährlich tausende Besucher an.

Wer vor Ort Informationen über das Umland und die Region Serra de Tramuntana – so heißt dieses Gebirge im Nordwesten Mallorcas – erhalten möchte, kann seinen Wissensdurst in dem Kulturzentrum Costa Nord stillen, das der amerikanische Schauspieler Michael Douglas ins Leben gerufen hat. Hier gibt es außerdem regelmäßig kulturelle Veranstaltungen.

Zwölfeinhalb Kilometer

Straße nach Sa Calobra, Mallorca

Serpentinen-Straße nach Sa Calobra

Uns zieht es aber weiter in Richtung Norden, auf eine der spektakulärsten Serpentinen-Routen der Insel. Über 12 Kilometer bahnt sich die Straße ihren Weg über Berge und durch Täler, entlang an steilen Klippen und Felsen. Ein wahres Erlebnis! Trotz meiner sonnenstichbedingten, immer noch andauernden leichten Übelkeit, versuche auch ich, die Fahrt einigermaßen zu genießen. Das gelingt mir zumindest auf der Hinfahrt noch recht gut. Überwältigend und empfehlenswert ist diese Route aber allemal.

Die Badebucht selbst ist vom Parkplatz aus durch einen etwa 10minütigen Fußmarsch zu erreichen, der an einem Felsenhang entlang und schließlich durch ihn hindurch führt. Wer am Ende des Fußgängertunnels allerdings einen feinen Sandstrand erwartet, wird enttäuscht. Der Strand besteht aus kleinen bis mittelgroßen, vom Wasser rundgespülten Kieselsteinen, die das Barfußlaufen nicht ganz einfach gestalten. Ein Umstand, der mich aber eher unberührt lässt, da ich alles andere als das bin, was man landläufig als „Wasserratte“ bezeichnet. Ich genieße die Schönheit dieser Bucht lieber von der Landseite aus, bis wir uns wieder in Richtung Parkplatz begeben und etwas wehmütig die Rückfahrt in unser von Ameisen und Kakerlaken bewohntes Ferien-Biotop antreten.

Badebucht in Sa Calobra, Mallorca

Badebucht in Sa Calobra

Die hinter uns liegenden Tage haben bei allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Eine Woche lang hat sich uns die ballermannverrufene Baleareninsel Mallorca von ihrer allerschönsten Seite präsentiert. Naturliebhabern sei geraten, die wenigen freien Tage des Jahres hier nicht in der Hochsaison zu verbringen. Die schönsten Plätze dieser Erde verlieren ihren Glanz mit den jährlich einfallenden Menschenmassen. Von meinem Mini-Sonnenstich mal abgesehen können so die Erlebnisse der vergangenen Woche ganz ungetrübt in Erinnerung bleiben.

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