Auf in die Schweiz – vom Gotthardpass zum Vierwaldstättersee

Vegetation Gotthardpass

Blütenpracht am Gotthardpass

Unser nächstes Ziel liegt in der Schweiz: Der Gotthardpass. Er ist einer der wichtigsten und bekanntesten Alpenpässe, liegt ca. 120 km südlich von Zürich entfernt und verbindet die Orte Andermatt in der deutschen und Airolo in der italienischen Schweiz. Im Internet sind wir auf „Gotthard Camping Andermatt“ aufmerksam geworden. Fotos überzeugen uns, den Campingplatz mitten in den Bergen am Dorfrand von Andermatt anzusteuern. Voller Vorfreude auf eine traumhafte Bergkulisse überqueren wir bei Basel die deutsche Grenze, lassen bald Zürich und Luzern hinter uns und genießen die Fahrt durch die Berglandschaft der Schweiz.

Baustellen-Atmosphäre auf dem Campingplatz

Am Nachmittag des 12.08.15 kommen wir schließlich beim heiß ersehnten Campingplatz an. Doch beim Blick auf den Wohnmobilstellplatz macht sich Enttäuschung breit. Der Platz gleicht einer einzigen Baustelle. Durch Container und Absperrbänder geht das Flair der Bergwelt und die Athmosphäre dieser traumhaften Natur ein wenig verloren. Doch da wir keinen anderen Stellplatz in der Nähe gefunden haben, geben wir uns mit den Gegebenheiten zufrieden. Bei der Anmeldung in der Rezeption erklärt uns die Platzwartin den Grund für die Baustellen-Athmosphäre. In einer Woche finden auf dem Campingplatz die „Schlagertage Andermatt“ statt und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Das macht die Unannehmlichkeiten zwar verständlich, jedoch in keinster Weise besser. Das tut auch der Preis nicht. Satte 27,- Euro bezahlen wir für zwei Personen und ein Wohnmobil, um eine Nacht in den Bergen zu verbringen. Doch es wird noch besser: Gegen 21 Uhr klopft es an unserer Tür. Die Platzwartin steht vor uns und gibt uns einen Ratschlag. Wenn wir ausschlafen wollten, sollten wir uns hinter die Absperrung stellen, da die Fläche, auf er wir gerade stehen, am nächsten Tag benötigt werde. Da wir nicht am nächsten Morgen von eifrigen Arbeitern geweckt werden wollen, folgen wir ihrem Rat. Hinter die Absperrung bedeutet ein Verlassen des eigentlichen Wohnmbilstellplatzes in Richtung Park- und Abstellfläche und für uns ein Schlafplatz nun direkt neben einem Müllcontainer. Man sollte sich nicht zu früh beschweren… Am Abend statten wir Andermatt einen Besuch ab. Neben zahlreichen Restaurants geht es an fast genauso vielen Geschäften vorbei, die ihre Kunden für den Winter einkleiden. Kein Wunder, Andermatt ist ein beliebtes Wintersportgebiet. Der Ort strahlt Ruhe und teilweise sogar eine mediterrane Athmosphäre aus. Nach dem Abendspaziergang gehen wir schlafen. Mitten in den Bergen, und direkt neben einem Müllcontainer… Naja, andersrum wäre es noch schlimmer… 😉

Als am nächsten Morgen noch die Zufahrt zur Ver- und Entsorgungsstation durch die Arbeiten versperrt ist, hält uns nichts mehr auf dem Campingplatz. Der „Passo del San Gottardo“ wartet auf uns! Unterwegs lässt uns die beeindruckende Berglandschaft und ein kleiner Gebirgssee direkt an der Straße eine Foto-Pause einlegen. Nach einer kleinen Abkühlung im klaren Gebirgswasser und der Erweiterung unsere Foto-Sammlung geht es mit Blick auf die gewaltigen Ausläufer der Alpen weiter.

Angekommen am Gotthardpass

Blick auf den Gotthardpass

Einfach atemberaubend – der Gotthardpass

Schließlich liegt er vor uns, der heiß ersehnte Gotthardpass. Die Fotos im Internet haben nicht zu viel versprochen. Der Anblick des bekannten Gebirgspasses ist beeindruckend. Wir halten auf einem kleinen Parkplatz an der Straße. Schnell entdecken wir einen Trampelpfad, der uns von der Straße weg, unter einem kleinen Wasserfall hindurch etwas näher an die Passstraße führt. Da wir mit unserem fünf Tonnen schweren Wohnmobil den Gotthardpass nicht befahren dürfen und die engen Kurven nicht für Autos von über acht Metern Länge gemacht sind, genießen wir von hier den Anblick des gigantischen Alpenpasses. Fotos werden natürlich auch gemacht, und zwar aus jeder erdenklichen Perspektive. Man kann sich kaum satt sehen. Da wir auf unserer Tour aber noch weitere Ziele haben und am heutigen Tag noch ein paar Kilometer zurücklegen wollen, machen wir uns nach knappen zwei Stunden auf den Rückweg zum Auto. Weiter geht´s in Richtung Deutschland. Unser nächstes Ziel ist Füssen und das Märchenschloss Neuschwanstein.

Vierwaldstättersee

Traumhaftes Bergpanorama am Vierwaldstättersee

Spontaner Halt am Vierwaldstättersee

Vorher legen wir noch einen ungeplanten Zwischenstopp in der Zentralschweiz ein. Türkisblau-farbenes Wasser vor einer traumhaften Bergkulisse hat unser Interesse geweckt, und so machen wir spontan Halt am Vierwaldstättersee, der als eines der beliebtesten Reiseziele der Zentralschweiz gilt. Mit fünf Dampfschiffen weist der ca. 113 km² große See eine der größten Dampfschiffflotten Europas auf. An seinem insgesamt ungefähr 162 km langen Ufer befindet sich u. a. das bekannte Luzern mit seiner Kapellbrücke, der ältesten gedeckten Holzbrücke der Welt. Aber nicht nur Kultur-Fans kommen hier auf ihre Kosten. Natur-Begeisterte können sich an diversen südländischen Pflanzen wie Yuccapalmen, Zypressen oder Feigen erfreuen, oder einfach die Landschaft mit Wanderungen, Radtouren oder anderen sportlichen Aktivitäten wir Paragliding oder Wassersport genießen. Wir zählen uns zwar sowohl zu den Kultur- als auch zu den Natur-Begeisterten (Letzteres allerdings mehr), statten aber aufgrund von knappen 40° Grad weder Luzern noch den Feigen und Yuccapalmen einen Besuch ab. Bereits von dem ca. 20 minütigen Fußweg vom Parkplatz zum Seeufer sind wir schweißgebadet und machen uns nach ein paar Fotos wieder auf den Rückweg zum Auto. Mehr ist bei diesen Temperaturen einfach nicht drin. Doch nichtsdestotrotz hat sich der ungeplante Halt an einem der schönsten Seen der Schweiz allemal gelohnt! Langsam neigt sich der Tag nun dem Ende entgegen. Wir legen noch ein Stück Wegstrecke zurück, befindet sich unser Ziel des nächsten Tages doch schon wieder in Deutschland, genauer gesagt im Südwesten Bayerns, im Ostallgäu. Wir sind gespannt auf Schloss Neuschwanstein!

FOTOS

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