Die Reise nach Skandinavien beginnt (Norwegen-Tour 08/2016 Teil 1)

Wenn einen die Reiselust gepackt hat, lässt sie einen nicht so schnell wieder los. Diesmal führt sie uns nach Skandinavien. Unberührte Natur, majestätische Fjorde und zerklüftete Bergmassive prägen das Erscheinungsbild Norwegens. Ein Land, wie geschaffen für Naturliebhaber wie uns. So machen wir uns am 26.07.16 auf den Weg ins Land der Trolle, Elche und Naturphänomene.

Mit der Fähre nach Dänemark und Schweden

Ein unberührtes Fleckchen Erde in Schweden

Natur pur in Schweden

Die Fähre Puttgarden-Rödby bringt uns nach Dänemark, wo wir unsere Reise über die Faröer Inseln fortsetzen. Hier bietet sich bereits ein kleiner Vorgeschmack dessen, was uns nördlicher der dänischen Inselgruppe erwarten wird. Unsere nächste Fähre startet im dänischen Helsingør und kommt nur knappe 20 Min später im schwedischen Helsingborg an. In Dänemark wie auch in Schweden wird man freundlich an jedem Fähranleger bergrüßt und nach dem Personalausweis gefragt. Glücklicherweise scheint hier niemand ein Problem damit zu haben, dass wir die Landessprachen nicht beherrschen und lässt sich sofort auf eine Konversation auf Englisch ein. Ebenso erfeulich ist die Wetterlage, Sonnenschein und 20° Grad, perfektes Reisewetter. Weiter geht´s über Göteborg an der Westküste Schwedens entlang, das Ziel vor Augen, doch schon das genießend, was sich uns hier bereits bietet. Das sind u.a. die typischen Holzhäuser mit ihrem Anstrich in Schwedenrot. Denkt man an Schweden, hat man sofort das romantische Bild der roten Häuser vor Augen.

Das Geheimnis des Schwedenrots

Holzhaus in Falunrot

Holzhäuser in Schwedenrot

Aber was hat es eigentlich mit dem Schwedenrot auf sich? Das „Falunrot“ ist weit mehr als eine bloße Vorliebe der skandinavischen Völker. Sein Name bezieht sich auf den schwedischen Ort Falun und seine mittlerweile geschlossene Kupfermine, in der bei der Kupfergewinnung zahlreiche andere Stoffe als Abfallprodukt anfielen. Schließlich weckten auch diese irgendwann das Interesse der Menschen und sie entdeckten, dass man nach Erhitzung und Reinigung des Gemischs Farbpigmente entnehmen konnte. Während das enthaltene Eisenoxid für den Rotton sorgt, wirkt das Falunrot durch das Eisensulfat und den hohen Anteil an natürlicher Kieselsäure holzkonservierend. Gute 10 Jahre hält der Anstrich sogar dem rauhen Klima Skandinaviens stand. Schwedenrot gehört zur Gruppe der Schlammfarben und passt seinen Farbton der Wetterlage an. Während die Sonne das Haus in einem leuchtenden Rot erstrahlen lässt, sorgt z.B. Feuchtigkeit für einen dunkleren Taint. Die Naturfarbe mit Zutaten wie Mehl, Wasser und Leinöl gilt als die älteste Holzschutzfarbe der Welt, seit über 350 Jahren ist sie ein fester Bestandteil schwedischer Holz-Außenanstriche. Doch nicht nur durch seine schützende Wirkung wurde das Schwedenrot beliebt. Die Farbe erinnerte an Ziegelrot und somit an die Gebäude reicher Mitteleuropäer. Noch heute erfreut sich Falunrot mit seinen konservierenden und fäulnishemmenden Stoffen großer Beliebtheit, und das nicht nur im skandinavischen Raum.

Abendstimmung am Naturstrand

Naturstrand in Schweden

Sonnenuntergang am Naturstrand in Schweden

Ein durchaus seltsames Gefühl, am Vormittag in Norddeutschland gestartet zu sein und nur wenige Stunden später schwedischen Boden zu betreten bzw. zu befahren. Auf der Suche nach einem Rastplatz für die Nacht finden wir durch Zufall einen großen Parkplatz an einem kleinen Naturstrand und lassen uns dort mit Blick aufs Wasser und den wunderschönen Sonnenuntergang unsere Paprika-Nudel-Pfanne schmecken. Nach einem kleinen Ausflug an den Strand gehen wir im Land der unbegrenzten Marabou-Schokoladensorten schlafen, voller Vorfreude auf den nächsten Reisetag.

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